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Darum beneidet Nürnberg die Fürther

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Erfolgreiche Umwandlung alter Kasernen

Wohngebiet am Südstadtpark trotz hoher Preise praktisch ausverkauft — Große Grünfläche wichtig

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Erfolgreiche Umwandlung alter Kasernen

Wohngebiet am Südstadtpark trotz hoher Preise praktisch ausverkauft — Große Grünfläche wichtig

Rund ein Jahrzehnt hat es gedauert, nun wurde eines der ehrgeizigsten Bauprojekte der Stadt abgeschlossen: Das Wohngebiet auf dem Gelände der früheren Darby-Kaserne im Fürther Süden ist praktisch "ausverkauft". Was freilich noch nicht das Ende der Umwandlung ehemaliger Militär-Areale in Wohnraum bedeutet.

FÜRTH – Oberbürgermeister Thomas Jung ist die Freude anzusehen, wenn er Zahlen sprechen lässt: „Von 264000 Quadratmetern haben wir 261000 verkauft, das sind fast 99 Prozent“, führt Jung aus und betont, dass auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Flößaustraße in den vergangenen zehn Jahren Fürths fünftgrößter Stadtteil, bewohnt von 3700 Menschen, verteilt auf 1500 Wohneinheiten, entstanden ist. Und das, obwohl die zum Teil durch Umbau entstandenen, zum Teil neu gebauten Wohnungen überwiegend dem hochpreisigen Segment zuzuordnen sind. „Das hat der Vermarktung keinen Abbruch getan“, erklärt Stadtplanungsamts-Leiter Christian Schöner.

„Trübsal geblasen“

Im Grundsatz war das Gebiet um den heutigen Südstadtpark seit 1890 Kasernengelände. In der Nazizeit weitete man die Fläche aus, die nach Kriegsende bis Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts von den US-amerikanischen Truppen genutzt wurde. „Nach dem Abzug der Amis und der Pleite von Grundig wurde erstmal Trübsal geblasen, weil über 1000 Arbeitsplätze wegfielen“, erinnert sich Thomas Jung.

Insgesamt drei Kasernen-Areale wurden kurzfristig frei. Dass im Zentrum des neuen Wohngebietes eine große Grünfläche sein sollte, stand schnell fest. Der städtebauliche Vertrag wurde 1998 geschlossen, erste Abrisse folgten 1999, wobei von den 46 unter Denkmalschutz stehenden Kasernen-Gebäuden 43 erhalten wurden. Ursprüngliche Überlegungen einer teilweisen Gewerbe-Nutzung zerschlugen sich angesichts der immer stärker steigenden Nachfrage nach Wohnraum vor allem für Familien in der „Boomtown Fürth“.

Die Erschließung und auch die Errichtung der Parkanlage wurde im Rahmen spezieller Struktur-Förderprogramme vom Bund übernommen, der der Stadt auch die in seinem Besitz befindlichen Kasernen-Flächen kostenfrei überließ.

Die einstigen „Darby Barracks“ waren nach der Johnson-Kaserne das zweite so genannte Konversionsprojekt der Stadt. Noch in Arbeit ist der „Golfpark“ auf dem Atzenhofer Flugplatz, wo bis 1996 die „Monteith Barracks“ standen.

Zwar steht hier die gewerbliche Nutzung durch Hightech-Firmen wie „Solar“ im Vordergrund, doch auch hier sind weitere Wohnungen in der Planung, beispielsweise, wie gestern berichtet, in ehemaligen Hangargebäuden.

Ein Ende der „Umwidmungen“ ist zumindest für die nächsten Jahre nicht in Sicht. Auf der Hardhöhe hat die Stadt laut Thomas Jung erst vor kurzem rund 150000 Quadratmeter aus Quelle-Besitz erworben — Flächen, die für den nun nicht mehr kommenden Neubau der Quelle-Hauptverwaltung gedacht waren.

Im Südstadtpark wurde von vornherein darauf geachtet, die passende Infrastruktur zu schaffen. Es gibt Kindergärten, Krippen und Horte, eine Kirche wurde ebenso gebaut wie Altenwohnheime und Orte der Kultur geschaffen wurden, etwa die Musikschule oder die Grüne Halle.

Anja Sander lebt mit ihrer Famlie in einer Penthousewohung direkt am Südstadtpark. „Wir würden das auf keinen Fall wieder hergeben“, sagt sie im Blick auf die „hohe Lebensqualität, die hier mitten in der Stadt möglich gemacht wurde“.

Wie Anja Sander sehen dies viele Neu- und manche Alt-Fürther. Die Nachfrage nach der „Top-Wohnlage“ im Süden ist ungebrochen, Interessenten kommen aus dem Landkreis, aber auch aus der Nachbarstadt Nürnberg.

„Wir wollen hier nicht mehr weg“, sagt Anja Sander, die eine Penthousewohnung in der Flößaustraße hoch über dem Südstadtpark besitzt.

 

21. August 2009 – Fürther Nachrichten

Hans von Draminski

21.08.2009 17:30 Alter: 1 Jahre